TV Talk-Show am 10.07.2020

Esther Gebhard ist zu Gast beim “SWR NACHTCAFÉ” mit Moderator Michael Steinbrecher. Das Thema der Talkrunde: Was uns trennt, was uns verbindet.

Das “SWR NACTCAFÉ” ist eine der ersten thematischen Talkshows im deutschen Fernsehen. Themen-Schwerpunkte sind sind Familie, Beziehung, aber auch gesellschaftspolitische Fragen. In der Talkrunde befinden sich sechs bis acht Gäste, die zu ihren Them einzeln Stellung nehmen und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Prominente Gäste erzählen oft über Dinge, mit denen sie allgemeinhin nicht direkt in Verbindung gebracht werden. Auch ein Experte ist in der Regel Teilnehmer der Gesprächsrunde, der mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen zur Diskussion beiträgt.

Hintergrundinformationen zum jeweiligen Sendungsthema werden auf der Homepage des Nachtcafé angeboten.

Das Thema: Was uns trennt, was uns verbindet


Esther Gehbard: “Im Bezug auf das Themas dieser Sendung werde ich zum ersten mal in der Öffentlichkeit über einen Teil meines Lebens sprechen, den die wenigsten von Euch kennen oder wissen. Vielleicht die engsten Freunde, aber auch diese wissen noch lange nicht alles.

Es geht um mein Aufwachsen in einer Sekte. Was ich erlebte, wie ich überlebte.
Wie ständige Todesangst mein Leben auch nach dem Ausstieg über Jahre diktierte, und wie ich diesen Wahnsinn eines Tages stoppen konnte. Ich denke, es wird sehr persönlich werden und ich habe bei der Anfrage der Redaktion zuerst gehadert. Aber es ist eben ein Teil meines Lebens, den ich nun zeige. Ich zeige MICH (Puh…)

Jeder der mich kennt weiß, dass ich ein Showgirl bin und die Fassade aufrecht zu erhalten nicht nur als Musikerin beruflich wichtig war, sondern sich bis in mein Privatleben zog.

Ich bin ziemlich aufgeregt und hoffe, dass ich nicht so arg rumstottere 😉
und ich hoffe natürlich auch, anderen Betroffenen damit Mut zu machen.
Unsere Vergangenheit ist nicht unsere Schuld und es gibt keinen Grund für Scham.

Sekten nutzen übrigens ebenso hypnotische Prozesse, um ihre Anhänger zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dabei verteufeln sie offiziell Hypnose. Sie sei genauso satanisch wie z.B. das Meditieren oder das Praktizieren von Yoga.

Als Hypnosetherapeutin habe ich mich in den Augen der Sekte Satan dem Teufel verschrieben. Ich bin zu seinem Helferlein geworden. Für mich sind somit Hopfen und Malz verloren.

Kein ewiges Leben, kein Paradies, keine grasfressenden Löwen, sondern der sichere Tod, der praktisch vor der Tür steht.

Heute versuche ich Sektenaussteigern in meiner Praxis zu helfen. Sie dabei zu unterstützen, wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen und ihre wahre Persönlichkeit entwickeln zu dürfen.

Alte Programmierungen – und das sind durch Bewusstseinskontrolle wirklich tiefsitzende Programme – aufzulösen und frei zu werden.

Drückt mir die Daumen!”


Die anderen Gäste:

Oliver Hoppe ist Autor der Bücher “Zwischen Kampf und Resignation” und Mein Name ist Crystal und beschreibt, wie es ihm als Vater eines drogenabhängigen Sohnes beinahe das Herz brach.

Aileen Puhlmann aus Hamburg erfährt regelmäßig Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe. Sie spricht über „Alltagsrassismus”.

Die Psychologin Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello spricht die psychischen Folgen an, unter denen Menschen ledien, denen Akzeptanz und Zugehörigkeit verwehrt sind und wie wir im Laufe des Lebens lernen, mit Spannungen im Leben umzugehen.

Heike Moll (Ein Leben für Stefan) berichtet über ihre symbiote Beziehung zu ihrem Lebenspartner Stefan, der durch einen Motorradunfall zum Schwerstpfegefall wurde.

Ausstrahlungstermine:

Fr., 10.7.2020 – SWR-Fernsehen – 22:00 Uhr
Sa., 11.7.2020 – SWR-Fernsehen – 01:45 Uhr
Sa., 11.7.2020 – SWR-Fernsehen – 10.45 Uhr
Sa., 11.7.2020 – HR-Fernsehen – 12.25 Uhr

2 Gedanken zu „TV Talk-Show am 10.07.2020

  1. Ziebula Harald Antworten

    Guten Tag, Frau Gebhardt,

    ich möchte Ihnen auf diesem Wege ein Kompliment für Ihren gestrigen Auftritt im SWR-Nachtcafé machen! Er hat mich sehr beeindruckt und emotional berührt. Ich bin selbst in einer prominenten ZJ-Familie aufgewachsen (Opa 16 Jahre Gefängnis wegen der Religion, Vater “Vorbild-Ältester”, etc.). Als ich mich im “spät-pubertären” Widerstand und nicht klar ausgesprochenen Glaubenszweifeln (u.a. “1975”) abgesondert hatte, bin ich auf eine innerlich total unsichere bis haltlose Bahn gekommen. Insbesondere weil natürlich gute Freunde und alle Verwandten auf einmal keinen Kontakt mehr mit mir hatten. Nach unruhigen Jahren hat mir die eigene intellektulle Aufarbeitung über Organisationshintergründe, Finanzen und auch einige Klarstellungen über deren Lehren geholfen, wieder mehr Stabilität zu finden. Dies obwohl ich sicherlich 15 Jahre mit dem Stigma gelebt habe, irgendwie “ein schlechterMensch” und von Gott verurteilt zu sein. Ursprünglich habe ich mich dann stark für verunsicherte ZJ engagiert (tatsächlich auch vereinzelt Bethel-Mitarbeiter bzw. Pioniere). Dies hat mir selbst eine zeitlang geholfen, bis ich gemerkt habe, dass es mir Energie raubt. Ich habe mich stark beruflich engagiert, was mir einerseits viel Spaß macht; ich glaube aber im Nachhinein auch, dass es eine klare “Über-Kompensation” ist. Ihre Aussagen haben mir das auch nochmals bestätigt (bin heute CEO einer Firma mit 7.000 Mitarbeitern, ohne je Abi oder Studium gemacht zu haben; man schätzt mich wegen meiner ruhigen, stabilen und ausgeglichenen Art – vor 30 Jahre war ich das Gegenteil…).

    Normalerweise mag ich die Beiträge vieler Ex-Zeugen nicht, da diese intellektuell oft sehr naiv oder eben nur populistisch sind. Ihre Aufarbeitung, Ihre emotionale Stärke die Sie nach den Krisenzeiten entwickelt haben und Ihre Ansichten damit umzugehen, war für mich etwas Besonderes. Auch etwas sehr sympatisches! Sie haben mir damit nochmal eine Motivation gegeben, obwohl ich seit mehr als 20 Jahre spüre, meine Vergangenheit längst abgeschlossen zu haben und dadurch eine besondere Stärke gewonnen zu haben. Kompliment für Ihren Auftritt und meinen Dank.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Lebensqualität und viele neue Entdeckungen!

    Mit freundlichem Gruß
    Harald Ziebula

    • Esther Gebhard Antworten

      Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Ziebula.
      Weiterhin alles Gute für Sie!

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