Das Borderline Syndrom

Depressionen – auch ein Merkmal des Borderline Syndroms


Sie suchen Nähe, die sie nicht aushalten können!
Sie empfinden starke Emotionen, die in Sekundenbruchteilen ins Gegenteil umschlagen können. Alles oder nichts, schwarz oder weiß. Ein inneres Chaos.

Der Begriff Borderline – also Grenzlinie – stammt noch aus dem Jahr 1938 von Adolph Stern, einem amerikanischen Psychoanalytiker. Der Begriff sollte die Krankheit in den Bereich zwischen Psychose und Neurose einordnen. Diese Erkenntnis gilt inzwischen als veraltet und das Borderline Syndrom wird heute den Persönlichkeitsstörungen zugeordnet.

Betroffene kennen das Gefühl, Grenzgänger zu sein. An der Grenze zwischen Normalität und Krankheit, zwischen Nähe und Distanz, zwischen himmeljoch jauchzend und zu Tode betrübt. Borderliner neigen zu Extremen.

Im ICD 10, dem Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation, ist das Phänomen zu finden unter dem Begriff: emotional instabile Persönlichkeitsstörung.
Dort wird in 2 Gruppen unterschieden:
– dem impulsiven Typ und
– dem Borderline Typ.

Der impulsive Typ neigt zu Streit und Konflikten, vor allem wegen seiner impulsiven Handlungen. Er handelt ohne Rücksicht auf Verluste – sprich, ohne Berücksichtigung der Folgen, er neigt zu Wut und Gewaltausbrüchen und kann sein explosives Verhalten nicht kontrollieren, seine Stimmung ist unberechenbar und wechselt schnell.

Beim Borderline-Typ kommen noch einige der folgenden Merkmale dazu:
Er ist völlig unsicher was sein Selbstbild und seine Identität betreffen, er ist auch in seinen Zielen völlig unsicher, er neigt zu intensiven, aber instabilen Beziehungen und ist ständig in übertriebener Art und Weise bemüht, nicht verlassen zu werden.
Einsamkeit wird als existenziell bedrohlich angesehen.
Er droht Selbstverletzung an, oder führt sie sogar durch. Und, er leidet an einem anhaltenden Gefühl der innerer Leere. Die Suizidrate liegt bei ca. 10 %.

Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung. Die eigene Persönlichkeit ist die Summe aller psychischen Eigenschaften und Verhaltensmuster, die jedem Menschen eine individuelle und wesenseigene Identität geben. Genetische Faktoren spielen dabei eine Rolle, genauso wie Lern- und Beziehungserfahrungen, Umweltbedingungen und soziale Einflüsse.

Auch wenn eine genetische Komponente vorliegen kann geht man davon aus, dass man nicht damit geboren wird, sondern man erwirbt sie sich während des Aufwachsens in Kindheit und Jugend. Viele Betroffene haben Verletzungen Ihrer Grenzen erlebt und können deshalb selbst keine Grenzen setzen. Um sich selbst wieder zu spüren, bzw. um den inneren Druck abzulassen, greifen manche sogar zu selbstverletzendem Verhalten.

Wie entsteht Borderline?
Forscher nehmen für die Entstehung ein biopsychosoziales Modell an.
Heißt:
– genetische Faktoren
– traumatische Erfahrungen
– negative Lernprozesse bzw. Verhaltensmustern

In der dialektischen Verhaltenstherapie, eine spezifische Therapieform, lernen Betroffene mit ihren Impulsen umzugehen. Sogenannte Skills – also Strategien – werden gelernt und geübt.

Wie z.B.:
– Stresstoleranz
– Wie gehe ich mit meinen Emotionen und Gefühlen um
– Wie gehe ich mit zwischenmenschlichen Beziehungen um
– Wie bewältige ich Probleme,
– Worauf muss ich für meine Gesundheit achten und
– Achtsamkeitsübungen werden erlernt

So wird ein persönlicher Notfallkoffer gepackt, auf den der Patient jederzeit zurückgreifen kann.

Wenn du selbst betroffen oder in deinem nahen Umfeld mit dieser Erkrankung konfrontiert bist, dann hab ich hier eine Buchempfehlung für dich:
Der Pädagoge und Psychotherapeut Heinz-Peter Röhr beschreibt anhand eines Märchens der Gebrüder Grimm die Entstehung von Borderline, berichtet über den Verlauf der Krankheit und darüber was zu Heilung führen kann.
Wie entsteht diese Krankheit also? Warum sind die Aggressionen so heftig und warum Beziehungen so schwierig? Warum ist das Chaotische das einzig Stabile?
„Weg aus dem Chaos“ – das Hans-mein-Igel-Syndrom ist wirklich lesenswert.

Was kann die Hypnose für dich tun?
Die Hypnosetherapie lässt sich mit anderen psychotherapeutischen Methoden kombinieren. In Zusammenarbeit mit deinem behandelnden Arzt kann dich die Hypnose begleiten und unterstützen. Sie stärkt z.B. dein Ich und hilft dir dabei deine Ziele zu setzen und zu verfolgen, dein inneres Chaos anzuschauen und zu sortieren.

Wie bereits erwähnt zählt das Borderlinesyndrom zu den Persönlichkeitsstörungen und das Schwierige daran ist, dass Betroffene oft keine Krankheitseinsicht haben. Sie erkennen gar nicht, dass sie erkrankt sind. Das macht die Therapie so schwierig.
Denn wie soll man einem Menschen helfen können, der die Probleme immer nur im Verhalten anderer sieht und seine eigenen Anteile daran nicht zu erkennen vermag?

Wo auch immer du stehst: Ein Blick von Außen – also von einem Arzt oder Therapeuten – kann immer hilfreich sein und niemals schaden. Solltest du dich an irgendwelchen Punkten wiedererkannt haben, dann versuche zu reflektieren und suche lieber einmal zu viel Hilfe, als zu wenig.
Du siehst auch hier:
Du musst zuerst in die Eigenverantwortung gehen. Nur du allein kannst das.
Ich wünsche dir das Beste dafür!

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