Burnout oder Depression

Erschöpft? Sorgen? Stress am Arbeitsplatz? …BURNOUT?

Depression und Burnout sind schwierig zu unterscheiden, da sie sich in den Symptomen ähneln und oft für ein und dieselbe Krankheit gehalten werden. Tatsächlich können beide Erkrankungen gleichzeitig auftreten, da viele Burnout Patienten parallel an einer Depression leiden. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Burnout in eine Depression übergehen. Eine genaue Diagnose dazu stellt der Facharzt.

Gesellschaftlich ist eine Depression aufgrund vieler Vorurteile eher verpönt. Soweit möglich verschweigt der Betroffene, dass er daran erkrankt ist, da Depressionen leider bis heute als ein Zeichen von Schwäche gelten. Ein Burnout dagegen wird gesellschaftlich mehr akzeptiert, denn die greifbaren Ursachen wie zum Beispiel Arbeitsüberlastung mildern herrschende Vorurteile deutlich ab. Wer einen Burnout hat erfährt Anerkennung, mit einer Depression erntet man oft nur Mitleid. Diese Erkrankung ist noch immer stigmatisiert.

Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Die genaue Entstehung ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt, aber man vermutet ein multifaktorielles Geschehen, wie z.B. traumatische Erlebnisse, eine schwierige und belastende Kindheit, aber auch genetisch/erbliche Veranlagungen, sowie Stoffwechsel- und Hormonstörungen.

Bei einem Burnout scheinen die Ursachen greifbarer. Aber ein an einer Depression Erkrankter leidet ohne einen für sein Umfeld erkennbaren Grund an seinem Stimmungstief. Er fühlt sich hoffnungslos und hilflos seinem Schicksal ausgeliefert und kann sich aus eigener Kraft nicht davon befreien. Es besteht weder eine Idee, noch die Kraft, die eigene Zukunft zum Besseren zu beeinflussen. Man hat keinen Zugang zu seinen eigenen Ressourcen und Selbstheilungskräften mehr und es herrscht die Überzeugung, die Fähigkeit zur Veränderung der eigenen Lebenssituation verloren zu haben. Man spricht auch von „Erlernter Hilflosigkeit“ – praktisch der Erwartung, dass bestimmte Situationen nicht kontrolliert und beeinflusst werden können, obwohl das von außen gesehen möglich wäre. Hilf- und Machtlosigkeit führen letztendlich zu Kontrollverlust und das eigene Leben wird zur Last.
Die „Schuld“ für die Depression wird vom Betroffenen dann oft im Umfeld gesucht, z.B. beim eigenen Partner, bei Familienangehörigen oder auch in den eigenen Lebensumständen.

Ein an einem Burnout Erkrankter dagegen glaubt, alles im Griff zu haben.
(Burnout – aus dem englischen „to burn out“ – bezeichnet ein pathologisches Phänomen. Man versteht darunter einen Zustand völliger emotionaler und körperlicher Erschöpfung.)
Er ist überzeugt, unabhängig seiner Umstände und Bedingungen, alles zu schaffen und erfolgreich dabei zu sein. Trotz Müdigkeit und Mattheit herrscht oft innere Unruhe und Anspannung bis hin zu Reizbarkeit und Aggressivität. Symptome, die bei Depressionen in der Regel nicht auftreten.
Die eigenen Möglichkeiten werden überschätzt und Aufgaben kaum delegiert. Der „Selbstverbrenner“ reißt alles an sich, lädt sich noch mehr auf und überschreitet dabei die eigenen Grenzen des Machbaren. Wenn der Betroffene dann feststellt, daß es nicht zu schaffen ist, wird das als Scheitern und persönliches Versagen verstanden.


Man sieht nie, was schon getan wurde,
man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt.

(Marie Curie)

Man spricht von „kontextbezogenen“ Ursachen für einen Burnout, wie familiäre/partnerschaftliche Sorgen, Mobbing, Anforderungen am Arbeitsplatz und an sich selbst, einer hohen Arbeitsbelastung und permanenter Problemkonfrontation. Das Leistungsvermögen sowie Kreativität, Gedächtnis und Motivation nehmen ab. Es kommt zu Ehe-/Beziehungsproblemen, sowie Merk- und Konzentrationsstörungen und erste ernste körperliche Beschwerden treten auf. Der Alltag wird zum Kampf und letztendlich wird der Betroffene feststellen müssen, dass er den Kampf gegen sich selbst nicht gewinnen kann. An diesem Punkt angekommen ist er meist bereits verschlissen, aus seiner Übereifrigkeit wird eine Fallgrube.

In diesem fortgeschrittenen Stadium sind Depressionen und Burnout kaum bis gar nicht mehr zu unterscheiden, da sich Letzterer von einem Lebensbereich auf weitere ausgedehnt hat.

Depressionen

Laut WHO werden Depressionen bis 2020 vermutlich die zweithäufigste Volkskrankheit sein.
Jedes Jahr erkranken 1-2 % der Deutschen erstmals an einer depressiven Erkrankung.

Insgesamt sind durchschnittlich 8,3 % der deutschen Bevölkerung depressiv krank. Das sind ca. 5 Millionen Menschen, plus Kinder und Jugendliche, sowie Menschen über 79 Jahre, die in diesen Zahlen nicht berücksichtigt sind. Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann erkrankt einmal in seinem Leben an einer Depression.

Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken beträgt in den USA und Europa 16 – 20 %.

Burnout

Leider gibt es keine einheitlichen Diagnosekriterien, weshalb präzise Angaben zur Häufigkeit in Deutschland im Moment nicht möglich sind. Ein Burnout gilt nicht als eigenständige Diagnose, sondern wird meist als Unterkategorie/Zusatzdiagnose einer Depression klassifiziert. Die Diagnose heisst dann oft „Erschöpfungsdepression“. Man geht von mehr als 130 Symptomen für einen Burnout aus, die auch bei anderen Erkrankungen, wie z.B. einer Depression, auftreten können.

Dieser Zustand des Burnout ist längst keine Randerscheinung mehr. Etwa jeder Zweite fühlt sich davon bedroht. Sechs von zehn Befragten leiden zumindest gelegentlich unter typischen Burnout-Symptomen. Fast neun von zehn Deutschen fühlen sich von ihrer Arbeit gestresst. 61 % der Menschen in Deutschland klagen über Erschöpfung oder Rückenschmerzen, 23 % jeweils häufig. 59 % fühlen sich manchmal innerlich angespannt, 53 % schlafen schlecht. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)


Ich hoffe durch meinen Blogpost etwas mehr zu verdeutlichen was Burnout und Depression sind, wodurch sie sich unterscheiden und dass es durchaus viele Übereinstimmungen in den Symptomen gibt.


Auch wenn der Begriff “Burnout” gesellschaftlich akzeptabler erscheint, so besteht kein Grund mit einer Depression hinter dem Berg zu halten. Ganz im Gegenteil – Ehrlichkeit ist lebenswichtig!
Beide Erkrankungen haben ihre Ursachen und Auslöser, denen wir auf den Grund gehen werden.